Rosenthal-Porzellanmarken: Krone über gekreuzten Stäben
Rosenthal aus Selb markierte sein Porzellan ab etwa 1891 mit einer Krone über gekreuzten Stäben, ab 1907 zusammen mit dem Namen in Schreibschrift. Zusätze wie „Bavaria“ oder „Germany“ und Linienmarken wie studio-linie oder Classic Rose grenzen das Alter ein.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Ort
- Selb, Bayern
- Gegründet
- 1879 NDB (Schilling), NDB 22 (2005), S. 79–80, Abschnitt „Leben“; Arcturus Group, Markenseite; Wikipedia, Rosenthal (Unternehmen), oldid=263063086, Infobox; Abschnitt „Geschichte“
- Übergegangen an
- Waterford Wedgwood (1997–2009) Wikipedia, Rosenthal (Unternehmen), oldid=263063086, Abschnitt „Geschichte“; Sambonet Paderno Industrie S.p.A. (ab 2009) Arcturus Group, Markenseite; Wikipedia, Rosenthal (Unternehmen), oldid=263063086, Einleitung; Abschnitt „Geschichte“; Wikipedia (englisch), Rosenthal (company), oldid=1375313108, Einleitung; Abschnitt „History“
- Status
- in Betrieb
Marken von Rosenthal in zeitlicher Folge
Die Marken stehen in der Reihenfolge, in der sie aufkamen; die Jahre geben einen ungefähren Rahmen. Vergleichen Sie Technik, Farbe und die genaue Form.
Malerpalette mit „Ph.R.&Co.“
Auf dem Boden ist eine ovale Malerpalette zu sehen, aus der oben links Pinsel herausragen. In der Fläche der Palette steht „Ph.R.&Co.“, die Abkürzung von Philipp Rosenthal & Co. Die Farbe der Marke nennt keine der ausgewerteten Quellen.
- Zeitraum
- 1887–1891 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1887–1891“
- Symbole
- sonstiges Symbol
- Buchstaben
- Ph.R.&Co.
- Position
- Boden (Unterseite)
Nach Angabe des Herstellers 1887–1891, also aus der Zeit vor der eigenen Fabrik in Selb. Ein datiertes Museumsstück mit dieser Marke führen die ausgewerteten Quellen nicht an.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1887–1891“
Krone über gekreuzten Stäben mit „R.&C.“
Die Bodenmarke zeigt eine Krone über zwei gekreuzten Stäben, ohne Rahmen. Links neben der Kreuzung steht „R.“, rechts „C.“, darunter das „&“. Laut Hersteller ist sie meist grün unter der Glasur; auf einer Vase von 1899 im Metropolitan Museum ist sie dagegen schwarz gedruckt, mit „Bavaria“ darunter.
- Zeitraum
- 1891–1906 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1891–1906“
- Technik
- Unterglasur
- Farbe
- Grün, Schwarz
- Symbole
- Krone, gekreuzte Stäbe
- Buchstaben
- R.&C.
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller: 1891–1906; im Fließtext heißt es „ab ca. 1891“. Datierte Beispiele: eine Vase von 1899 mit schwarzer Marke (Metropolitan Museum) und eine Tasse um 1900, die das Rijksmuseum dem Service „Iris“ zuordnet; in ihrer Marke steht zusätzlich das Wort „IRIS“.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1891–1906“; Metropolitan Museum, Objekt 716892; Rijksmuseum, Inv. BK-1968-139-A
Schriftzug „Rosenthal“ mit Krone, ab 1907
Auf dem Boden steht der Name „Rosenthal“ in Schreibschrift, zwischen „Rosen“ und „thal“ von zwei gekreuzten Stäben unterbrochen; im oberen Winkel der Kreuzung sitzt eine Krone. Unter dem ganzen Namen verläuft ein Strich, der rechts in einer Schleife ausläuft. Oft folgt „Selb Bavaria“. Wo Quellen eine Farbe nennen, ist es Grün, beim Service „Donatello“ ausdrücklich unter der Glasur.
- Zeitraum
- Die Quellen nennen unterschiedliche Zeiträume:
- 1907–1933 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1907–1933“; Museum Weißenfels, Objekt 3632089, Beschreibung
- 1907–1956 Domäne Dahlem, Objekt 72478, Beschreibung
- Technik
- Unterglasur
- Farbe
- Grün
- Symbole
- Krone, gekreuzte Stäbe
- Buchstaben
- Rosenthal, Selb-Bavaria
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller und Museum Weißenfels: 1907–1933. Die Stiftung Domäne Dahlem fasst diese Marke und die Fassung ab 1934 zu einer einzigen von 1907 bis 1956 zusammen. Datierte Stücke: Service „Donatello“ 1907–1910 (Kunstmuseum Moritzburg), Figur von 1927 (Kunstgewerbemuseum Berlin). Das Metropolitan Museum datiert einen Teller mit dieser Marke auf ca. 1900, also vor 1907.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1907–1933“; Kunstmuseum Moritzburg, Objekt 5950; Kunstgewerbemuseum Berlin, Objekt 435008; Domäne Dahlem, Objekt 72478; Metropolitan Museum, Objekt 4902
Schriftzug mit Krone, 1934–1956
Wie bei der Marke ab 1907 steht auf dem Boden „Rosenthal“ in Schreibschrift mit Krone und gekreuzten Stäben; laut Hersteller änderte sich nur wenig. Auf der Herstellerabbildung sitzt die Krone tiefer als ab 1907, unmittelbar auf dem Kreuzungspunkt. Oft kommt „Germany“ oder „Selb“ hinzu. Zur Farbe gibt es nur einen unsicheren Beleg: Ein Museumseintrag nennt „Rosenthal, Selb-Germany“ in Grün.
- Zeitraum
- 1934–1956 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1934–1956“
- Symbole
- Krone, gekreuzte Stäbe
- Buchstaben
- Rosenthal
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller: 1934–1956. Die Stiftung Domäne Dahlem trennt diese Fassung nicht von der Marke ab 1907. Die tiefere Krone kennen wir nur von einer sehr kleinen Zeichnung des Herstellers; ob sie sich an Stücken zuverlässig erkennen lässt, sagen die Quellen nicht. Der Museumsbeleg für Grün stammt aus den 1940er Jahren; der Eintrag bezeichnet das Stück als Steingut und erwähnt keine Krone.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1934–1956“; Haller ZeitRäume, Objekt 2265669
Vereinfachter Schriftzug mit „Germany“, 1957–1999
Gegenüber den älteren Fassungen ist der Schriftzug „Rosenthal“ mit Krone und gekreuzten Stäben etwas schlichter gezeichnet. Darunter steht oft „Selb-Germany“ oder „Germany“ allein. Bei einem Kaffeeservice der National Gallery of Victoria (NGV) ist die Bodenmarke grün gedruckt: „Rosen“ und „thal“ mit Krone und Kreuzung dazwischen, alles unterstrichen, darunter „GERMANY“ zwischen zwei Punkten.
- Zeitraum
- 1957–1999 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1957–1999“
- Technik
- gedruckt
- Farbe
- Grün
- Symbole
- Krone, gekreuzte Stäbe
- Buchstaben
- Rosenthal, GERMANY
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller: 1957–1999. Die NGV gibt für Teile desselben Service mit dieser Marke eine Fertigungszeit von 1954 bis 1978 an. Das ist die Laufzeit des Service; in welchem Jahr ein einzelnes Stück entstand, bleibt offen. Weil die Spanne vor 1957 beginnt, kann ein solches Stück auch noch in die Zeit der vorigen Fassung fallen.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“, Zwischenüberschrift „1957–1999“; National Gallery of Victoria, Inv. 2017.1122.a-f
Schriftzug mit „studio-linie“
Unter dem Rosenthal-Schriftzug mit Krone und gekreuzten Stäben steht der Name der Linie; ein Museumseintrag gibt die Marke als „Rosenthal studio-linie Germany“ wieder. Der Hersteller schreibt im Text „studio-line“, seine Abbildung der Marke von 1961 bis 1999 zeigt jedoch „studio-linie“. Zur Farbe sagen die Quellen nichts; die Marke steht auf dem Boden.
- Zeitraum
- 1961–1999 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Rosenthal Studio-Line (ab 1961)“, Bildunterschrift „1961 - 1999“
- Symbole
- Krone, gekreuzte Stäbe
- Buchstaben
- Rosenthal, studio-linie, Germany
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller: 1961–1999, danach eine leicht überarbeitete Fassung mit gleichem Aufbau. Das Museum Werdau nennt 1958 als Gründungsjahr der Linie, ohne Quellenangabe. Eine Untertasse des Norddeutschen Lloyd mit dieser Marke datiert das Deutsche Schifffahrtsmuseum auf 1961–1970.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Rosenthal Studio-Line (ab 1961)“; Deutsches Schifffahrtsmuseum, Objekt 2947376
„Classic Rose Collection“ im Kreis
Die Worte „Classic Rose Collection“ laufen im Kreis. In der Mitte steht eine Krone über zwei Rosenblüten an gekreuzten Stielen, unter dem Kreis „ROSENTHAL GROUP“. Gekreuzte Stäbe fehlen. Angaben zur Farbe enthalten die Quellen nicht; zu finden ist die Marke auf dem Boden.
- Zeitraum
- 1974–1982 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Rosenthal Tradition“, Bildunterschrift „1974 - 1982“
- Symbole
- Krone, sonstiges Symbol
- Buchstaben
- CLASSIC ROSE COLLECTION, ROSENTHAL GROUP
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller: 1974–1982. Ab 1983 trug die Linie laut Hersteller die vereinfachte Marke „Classic Rose“.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Rosenthal Tradition“, Bildunterschrift „1974 - 1982“
„Classic Rose“ mit gekreuzten Rosenstielen
Über zwei gekreuzten Rosenstielen mit Blüten sitzt eine Krone; darunter stehen in Großbuchstaben „CLASSIC ROSE“ und kleiner „ROSENTHAL GROUP GERMANY“. Anders als bei der Vorgängermarke fehlen der Kreis und das Wort „Collection“. Über die Farbe geben die Quellen keine Auskunft; die Marke steht auf dem Boden.
- Zeitraum
- 1983–1991 Rosenthal GmbH, Abschnitt „Rosenthal Tradition“, Bildunterschrift „1983 - 1991“
- Symbole
- Krone, sonstiges Symbol
- Buchstaben
- CLASSIC ROSE, ROSENTHAL GROUP GERMANY
- Position
- Boden (Unterseite)
Hersteller: 1983–1991. Ab 1991 hieß die Linie Rosenthal Classic; ihre Marke, der Schriftzug mit „classic“ darunter (bis 2002), ist hier nicht eigens beschrieben.
Belegt in: Rosenthal GmbH, Abschnitt „Rosenthal Tradition“, Bildunterschrift „1983 - 1991“
So datieren Sie ein Stück anhand der Marke
Achten Sie zuerst auf Buchstaben und Schrift. Eine Malerpalette mit „Ph.R.&Co.“ gehört nach Angabe des Herstellers in die Jahre 1887 bis 1891, die Initialen „R.&C.“ neben Krone und gekreuzten Stäben in die Zeit von 1891 bis 1906. Steht der ganze Name „Rosenthal“ in Schreibschrift im Zeichen, spricht das für 1907 oder später. Allerdings datiert das Metropolitan Museum of Art einen Teller mit diesem Schriftzug auf etwa 1900. Das ist eine ungefähre Datierung des Stücks, keine Angabe zur Marke; sie zeigt aber, dass 1907 nicht als scharfe Grenze gelten sollte.
Für den Schriftzug mit Krone unterscheidet der Hersteller drei Abschnitte: 1907–1933, 1934–1956 und 1957–1999. Das Museum Weißenfels nennt dieselbe erste Spanne, die Stiftung Domäne Dahlem behandelt den unterstrichenen Schriftzug mit Schleife dagegen als eine einzige Marke von 1907 bis 1956. Weil sich die Marke 1934 laut Hersteller nur in Einzelheiten änderte und viele Vorkriegsdekore in den 1950er Jahren weiter hergestellt wurden, manche noch mit der älteren Marke, ist 1907 bis 1956 der vorsichtigere Rahmen. Die Zusätze geben nur eine Richtung: „Selb Bavaria“ steht häufig auf Marken bis 1933; in den 1930er und 1940er Jahren kommen laut Hersteller oft „Germany“ oder „Selb“ vor, auf Stücken der 1960er bis 1990er Jahre „Selb-Germany“ oder „Germany“ allein.
Auf Marken mit „GERMANY“ kommen kleine Punkte und Striche vor: Bei Teilen eines Kaffeeservice in der National Gallery of Victoria (NGV) steht das Wort etwa zwischen zwei Punkten oder hat eine Folge aus Strich, Punkt und Strich darunter. Ob solche Zeichen bestimmte Jahre bezeichnen, lässt sich mit den ausgewerteten Quellen nicht klären; eine belegte Tabelle liegt uns nicht vor. Namen wie „studio-linie“ oder „Classic Rose“ verweisen auf eigene Linien: Ein Stück der studio-linie ist nach Herstellerangabe frühestens 1961 entstanden, nach dem Museum Werdau frühestens 1958. „Classic Rose Collection“ steht laut Hersteller für 1974–1982, „Classic Rose“ allein für 1983–1991.
Die Marke datiert das Porzellan selbst, nicht unbedingt seine Bemalung oder seinen Entwurf. Das Metropolitan Museum besitzt eine Vase von 1899 und einen Teller um 1900, beide aus Rosenthal-Porzellan und außerhalb der Fabrik bemalt: die Vase von Adelaide Alsop Robineau, den Teller von Olga St. John. Stücke der Classic-Rose-Linien wiederum sind nach Angabe des Herstellers Neuauflagen älterer Formen und Dekore; ihre Marke gehört in die Zeit der Neuauflage, nicht in die des Entwurfs.
Geschichte von Rosenthal
Philipp Rosenthal, 1855 in Werl geboren, richtete 1879 in Erkersreuth bei Selb eine Werkstatt für Porzellanmalerei ein. Laut Wikipedia lag sie im Schloss Erkersreuth; dort bemalte er zusammen mit seinem Bruder Max weißes Porzellan, das er bei Lorenz Hutschenreuther in Selb kaufte. 1886 kam eine Porzellanfertigung im böhmischen Asch hinzu, dem heutigen Aš; die Neue Deutsche Biographie (NDB) nennt Max Rosenthal als Leiter dieser Zweigniederlassung von 1886 bis 1898. 1891 entstand in Selb eine eigene Porzellanfabrik, 1897 die Philipp Rosenthal & Co. AG; ihr Vorsitzender blieb der Gründer bis 1934.
Das Unternehmen wuchs laut Wikipedia durch Zukäufe: 1908 kam die Porzellanfabrik Thomas in Marktredwitz hinzu, 1917 Zeidler & Co. in Selb (später Werk „Bahnhof Selb“, heute einer der beiden Standorte des Porzellanikons) und 1921 die Krister Porzellan-Manufaktur im schlesischen Waldenburg. Für Figuren, Ziergegenstände und Dekore gab es in Selb eine Kunstabteilung. Die NDB nennt 1910 als Gründungsjahr; das Kunstmuseum Moritzburg in Halle ordnet dagegen ein Kaffeeservice „Donatello“ der Produktion dieser Abteilung von 1907 bis 1910 zu. Nach dieser Angabe hätte die Abteilung schon vor 1910 gearbeitet.
1934 musste sich Philipp Rosenthal, der jüdischer Herkunft war, aus seinem Unternehmen zurückziehen; er starb 1937 in Bonn. 1939 erhielt die Firma laut Wikipedia den Namen Rosenthal Porzellan AG. 1950 kehrte der Sohn des Gründers, Philip Rosenthal, aus dem Exil zurück und trat in das Unternehmen ein; mit ihm begann eine stärker auf Design ausgerichtete Zeit. Zu ihr gehört die studio-linie: Nach Angabe des Herstellers entstand sie 1961, das Stadt- und Dampfmaschinenmuseum Werdau nennt 1958. 1965 wurde die Firma laut Wikipedia in Rosenthal Glas & Porzellan AG umbenannt und 1969 in Rosenthal AG.
Laut Wikipedia gehörte die börsennotierte Rosenthal AG ab 1997 zu etwa 90 % dem britisch-irischen Konzern Waterford Wedgwood. Am 9. Januar 2009 stellte sie einen Insolvenzantrag. Die am 1. August 2009 gegründete Rosenthal GmbH mit Sitz in Selb übernahm Produktionsstätten, Markenrechte und Patente; sie gehört seither zur italienischen Sambonet Paderno Industrie S.p.A., die ihre Marken als Arcturus Group führt.
Ähnliche Marken und Verwechslungen
Krone und gekreuzte Stäbe können auf den ersten Blick an die gekreuzten Schwerter von Meissen erinnern. Auch die Quellen benennen das Zeichen unterschiedlich: Der Hersteller spricht von gekreuzten Stäben, das Kunstmuseum Moritzburg und das Metropolitan Museum bei einer Vase von 1899 von gekreuzten Linien, die Stiftung Domäne Dahlem von zwei gekreuzten Strichen, das Metropolitan Museum bei einem Teller und die NGV dagegen von gekreuzten Schwertern. Zu allen hier beschriebenen Rosenthal-Marken mit gekreuzten Stäben gehört eine Krone; die Kreuzung steht bis 1906 zwischen „R.“ und „C.“, ab 1907 mitten im Namen „Rosenthal“. Die Meissener Schwerter stehen in der Regel blau unter der Glasur, die Rosenthal-Marken sind, soweit belegt, meist grün. Ein Kreuzzeichen ohne Namen oder Buchstaben reicht für eine Zuordnung zu Rosenthal nicht aus.
Kopien und Nachahmungen
Belastbare Angaben zu Fälschungen von Rosenthal-Marken enthalten die hier ausgewerteten Quellen nicht. Eine andere Frage ist, was die Marke eigentlich belegt. Wurde Rosenthal-Porzellan außerhalb der Fabrik bemalt, sagt sie nichts darüber, wer es wann bemalt hat. Umgekehrt bemalte Rosenthal in den ersten Jahren selbst zugekauftes weißes Porzellan; welche Marken solche Stücke tragen, geht aus den Quellen nicht hervor. Ob Marke, Bemalung und Form zueinander passen, beurteilt am besten eine Porzellanexpertin oder ein Porzellanexperte am Stück selbst.
Häufige Fragen
Wie alt ist Rosenthal-Porzellan mit grünem Schriftzug und Krone?
Laut Hersteller wurde der Schriftzug mit Krone ab 1907 in drei Fassungen verwendet: 1907–1933, 1934–1956 und 1957–1999. Die Stiftung Domäne Dahlem behandelt die Jahre 1907–1956 als eine einzige Marke. „Selb Bavaria“ deutet eher auf die Zeit bis 1933, „Germany“ allein eher auf die Zeit danach.
Sind die gekreuzten Striche bei Rosenthal Schwerter wie bei Meissen?
Der Hersteller nennt sie gekreuzte Stäbe; einige Museen sprechen von gekreuzten Schwertern. Auf den hier beschriebenen Rosenthal-Marken gehören sie zu einer Krone und stehen zwischen „R.“ und „C.“ oder mitten im Namen Rosenthal, soweit belegt meist in Grün. Die Meissener Schwerter sind in der Regel blau unter der Glasur.
Was bedeutet „Classic Rose“ auf dem Boden?
Classic Rose ist eine Linie mit Neuauflagen älterer Formen und Dekore; die Marke datiert deshalb die Herstellung, nicht den Entwurf. „Classic Rose Collection“ im Kreis steht nach Herstellerangabe für 1974–1982, „Classic Rose“ mit gekreuzten Rosenstielen für 1983–1991.
Fragen zu Wert und Echtheit
Eine Marke deutet auf Hersteller und Zeitraum, sagt aber nichts Verlässliches über Wert oder Echtheit. Abgeschlossene Auktionen mit vergleichbaren Stücken geben eine erste Orientierung. Für eine fundierte Einschätzung lassen Sie das Stück von einer Expertin oder einem Experten prüfen.
Externe Links. Markidex ist mit diesen Plattformen nicht verbunden und macht keine Preisangaben.
Quellen
- Wolfgang Schilling: Rosenthal, Philipp, in: Neue Deutsche Biographie 22, 2005, S. 79–80 Quelle öffnen
- Arcturus Group / Sambonet Paderno Industrie S.p.A.: Marke Rosenthal (Herstellerseite) Quelle öffnen
- Wikipedia (deutschsprachig) Quelle öffnen
- Wikipedia (englischsprachig) Quelle öffnen
- Rosenthal GmbH: Sammlertipps zur Altersbestimmung, Abschnitt „Bodenmarken und Designmerkmale“ (Herstellerseite) Quelle öffnen
- The Metropolitan Museum of Art, New York: Open Access (Sammlungsdaten und Bilder) Quelle öffnen
- Rijksmuseum Amsterdam: Sammlungsdaten und Bilder Quelle öffnen
- Museum Weißenfels – Schloss Neu-Augustusburg: Kleine Porzellandose mit Eisernem Kreuz, 1914, Inv. V 117 A (museum-digital) Quelle öffnen
- Stiftung Domäne Dahlem – Landgut und Museum: Tasse mit Untertasse von Rosenthal, Inv. DD07/042DA (museum-digital) Quelle öffnen
- Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale): Kaffeeservice „Donatello“ mit Kirschendekor, Inv. MOKHWPO01291 (museum-digital) Quelle öffnen
- Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin: Figur „Koreanischer Tanz“ (Anita Berber), Modell 566, Inv. O-1988,201 (museum-digital) Quelle öffnen
- Haller ZeitRäume (Halle/Westfalen): Bratenplatte Reichsarbeitsdienst, Inv. 2023/001/001 (museum-digital) Quelle öffnen
- National Gallery of Victoria, Melbourne: Kaffeeservice „2000“ (Raymond Loewy, Richard Latham; Rosenthal), Acc. 2017.1122.a-f Quelle öffnen
- Deutsches Schifffahrtsmuseum: Untertasse, Norddeutscher Lloyd, Inv. I/09140/00Pos.2 (museum-digital) Quelle öffnen
- Stadt- und Dampfmaschinenmuseum Werdau: Rosenthal studio-line, Vase, Inv. 008/19 a. Por. (museum-digital) Quelle öffnen
Die Fakten auf dieser Seite stammen aus den genannten Quellen; wo sie voneinander abweichen, nennen wir alle Angaben. Texte und Markenbeschreibungen sind eigene Formulierungen.