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Fürstenberger Porzellanmarken: blaues F, Pferd und Krone

Fürstenberger Porzellan trägt seit Dezember 1753 meist ein F in Unterglasurblau. Die Form des F schwankt so stark, dass sie allein kein genaues Jahr verrät. Auf Biskuitbüsten findet sich in der Regel ein eingepresstes springendes Pferd.

Auf einen Blick

Land
Deutschland
Ort
Fürstenberg (Weser), Niedersachsen
Gegründet
1747 Scherer 1909, S. 1; Wikipedia, Porzellanmanufaktur Fürstenberg, oldid=270957807, Abschnitt „Gründung“ / 1750 Chaffers 1886, S. 493; Jaennicke 1879, S. 777
Status
in Betrieb

Marken von Fürstenberg in zeitlicher Folge

Die Marken stehen in der Reihenfolge, in der sie aufkamen; die Jahre geben einen ungefähren Rahmen. Vergleichen Sie Technik, Farbe und die genaue Form.

Das F ist in Schreibschrift von Hand blau unter die Glasur gemalt, mit geschwungenem Deckstrich, kurzem Querstrich und einem Schaft, der unten im Bogen nach links ausläuft. Größe und Strich wechseln stark: früh meist groß und kräftig, später kleiner und zierlicher. Daneben können Striche, Punkte oder Buchstaben wie K und G stehen. Die Abbildung zeigt zwei Formen nebeneinander, keine Doppelmarke.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Fr. Jaennicke, Marken und Monogramme…, Stuttgart 1878, Nr. 2009, S. 73; Scan: Getty Research Institute / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Jaennicke 1878

Blaues F in Schreibschrift

Das F ist in Schreibschrift von Hand blau unter die Glasur gemalt, mit geschwungenem Deckstrich, kurzem Querstrich und einem Schaft, der unten im Bogen nach links ausläuft. Größe und Strich wechseln stark: früh meist groß und kräftig, später kleiner und zierlicher. Daneben können Striche, Punkte oder Buchstaben wie K und G stehen. Die Abbildung zeigt zwei Formen nebeneinander, keine Doppelmarke.

Zeitraum
ab 1753 Scherer 1909, S. 8 mit Anm. 1
Technik
Unterglasur
Farbe
Blau
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
F

Die Marke geht auf die Verfügung vom 3. Dezember 1753 zurück und war nach Scherer 1909 noch zu seiner Zeit das Zeichen der Fabrik. Einzelne F-Formen ordnet keine der Quellen bestimmten Jahren zu.

Belegt in: Scherer 1909, S. 8 mit Anm. 1; Chaffers 1886, S. 493; Jaennicke 1878, Nr. 2007, 2009, S. 73; Graesse 1919, S. 206, Fürstenberg Nr. 1–4, 6–7; Nachweise S. 329; Graesse 1910, S. 177, Fürstenberg Nr. 1–3, 5–6; Nachweise S. 271

Unter einem gemalten F steht die Jahreszahl 1758. Belegt ist diese Marke auf einem einzelnen Teller mit hellgrünem Grund, durchbrochenem Rand und Purpurmalerei. Eine eigene Farbangabe zu dieser Marke machen die Quellen nicht.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Fr. Jaennicke, Marken und Monogramme…, Stuttgart 1878, Nr. 2008, S. 73; Scan: Getty Research Institute / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Jaennicke 1878

F mit der Jahreszahl 1758

Unter einem gemalten F steht die Jahreszahl 1758. Belegt ist diese Marke auf einem einzelnen Teller mit hellgrünem Grund, durchbrochenem Rand und Purpurmalerei. Eine eigene Farbangabe zu dieser Marke machen die Quellen nicht.

Zeitraum
1758 Chaffers 1886, S. 493; Jaennicke 1878, Nr. 2008, S. 73
Technik
gemalt
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
F

Die Jahreszahl datiert ein einzelnes Stück und keinen Zeitraum, in dem die Marke benutzt wurde. Chaffers 1886 nennt als Standort des Tellers das South Kensington Museum in London, das 1899 in „Victoria and Albert Museum“ umbenannt wurde; Graesse 1919 verwendet bereits den neuen Namen.

Belegt in: Chaffers 1886, S. 493; Jaennicke 1878, Nr. 2008, S. 73; Jaennicke 1879, S. 777; Graesse 1919, S. 206, Fürstenberg Nr. 5; Nachweis S. 329; Graesse 1910, S. 177, Fürstenberg Nr. 4; Nachweis S. 271; Victoria and Albert Museum, Abschnitt zur Grundsteinlegung (Mai 1899)

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

Eingeritztes F auf Bildnismedaillons

In die Rückseite eines Bildnismedaillons aus Biskuit ist ein F ohne Farbe eingeritzt. Daneben stehen in der Regel, ebenfalls eingeritzt, die Nummer 1 und der Name der dargestellten Person.

Zeitraum
ca. 1770–1791 Scherer 1909, S. 125
Technik
eingeritzt
Farbe
farblos
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
F

Laut Formenverzeichnis entstanden die Bildnismedaillons zwischen 1770 und 1791, die meisten davon bis 1784 (Scherer 1909). Ein eigenes Datum für die Marke nennt Scherer nicht.

Belegt in: Scherer 1909, S. 126, Anm. 1

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

Goldenes F auf Bildnismedaillons

Das F ist hier in Gold aufgemalt und liegt, anders als das eingeritzte F, als Farbe auf der Oberfläche. Scherer 1909 nennt es eine häufige Marke der Bildnismedaillons aus Biskuit, besonders bei Medaillons mit Goldrand.

Zeitraum
ca. 1770–1791 Scherer 1909, S. 125
Technik
gemalt
Farbe
Gold
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
F

Datiert sind auch hier nur die Medaillons, nicht die Marke: Sie entstanden zwischen 1770 und 1791, die meisten bis 1784 (Scherer 1909).

Belegt in: Scherer 1909, S. 126, Anm. 1

Das springende Pferd ist ohne Farbe in die Masse eingepresst; der Stempel ist nach Scherer 1909 oval. Die Abbildung (Graesse 1919) zeigt es ohne ovalen Rand, nach links springend mit erhobenen Vorderbeinen. Das W darunter gehört nicht zum Stempel, sondern ist ein eingeritzter Formerbuchstabe. Auf Büsten stehen daneben meist ein solcher Buchstabe (W, J oder G) und eine Größennummer von 1 bis 6.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Graesse/Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan…, bearb. von E. Zimmermann, 15. Aufl., Berlin 1919, S. 206, Fürstenberg Nr. 8; Scan: Smithsonian Libraries / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Graesse 1919

Eingepresstes springendes Pferd

Das springende Pferd ist ohne Farbe in die Masse eingepresst; der Stempel ist nach Scherer 1909 oval. Die Abbildung (Graesse 1919) zeigt es ohne ovalen Rand, nach links springend mit erhobenen Vorderbeinen. Das W darunter gehört nicht zum Stempel, sondern ist ein eingeritzter Formerbuchstabe. Auf Büsten stehen daneben meist ein solcher Buchstabe (W, J oder G) und eine Größennummer von 1 bis 6.

Zeitraum
ca. 1771–1794 Scherer 1909, S. 128 mit Anm. 1
Technik
eingepresst
Farbe
farblos
Symbole
Pferd

Angegeben ist der Zeitraum, aus dem die Büstenmodelle laut Formenverzeichnis stammen (1771–1794); die Marke selbst datieren die Quellen nicht, spätere Ausformungen alter Modelle sind möglich. Bei Büsten steht das blaue F meist auf dem Sockel; ein aufgemaltes F neben dem Pferd auf demselben Stück kannte Scherer 1909 nur von einem Frauenfigürchen.

Belegt in: Scherer 1909, S. 128, Anm. 1; S. 8, Anm. 1; Graesse 1919, S. 206, Nr. 8; S. 329; Graesse 1910, S. 177, Nr. 7; S. 271

Das F steht blau unter der Glasur, nach Scherer 1909 oft flüchtig und mitunter wie zusammengedrückt. Die Abbildung (Graesse 1919) zeigt eine solche eckige Form: Unter einem langen Deckstrich liegt ein kürzerer Strich, der schräge Schaft endet unten in einer dreieckigen Schleife, dazu kommen ein Querstrich und rechts ein Punkt. Ein sicheres Merkmal gegenüber dem älteren F nennen die Quellen nicht.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Graesse/Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan…, bearb. von E. Zimmermann, 15. Aufl., Berlin 1919, S. 215, Fürstenberg Nr. 1; Scan: Smithsonian Libraries / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Graesse 1919

Flüchtiges F des 19. Jahrhunderts

Das F steht blau unter der Glasur, nach Scherer 1909 oft flüchtig und mitunter wie zusammengedrückt. Die Abbildung (Graesse 1919) zeigt eine solche eckige Form: Unter einem langen Deckstrich liegt ein kürzerer Strich, der schräge Schaft endet unten in einer dreieckigen Schleife, dazu kommen ein Querstrich und rechts ein Punkt. Ein sicheres Merkmal gegenüber dem älteren F nennen die Quellen nicht.

Zeitraum
ab ca. 1800 Scherer 1909, S. 8, Anm. 1; Graesse 1919, S. 215, Fürstenberg Nr. 1–2
Technik
Unterglasur
Farbe
Blau
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
F

Die Quellen nennen keine Jahreszahlen: Scherer 1909 ordnet diese Schreibweise dem 19. Jahrhundert zu, Graesse 1919 zeigt sie auf der Tafel für das 19. und 20. Jahrhundert. Die Angabe „ab ca. 1800“ ist ein Näherungswert, das Ende bleibt offen.

Belegt in: Scherer 1909, S. 8, Anm. 1; Graesse 1919, S. 215, Fürstenberg Nr. 1–2

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

F unter einer Krone

Über einem F sitzt eine Krone. Auf der Markentafel bei Graesse 1919 ist das F in Schreibschrift wiedergegeben. Farbe und Technik der Marke gehen aus den ausgewerteten Quellen nicht hervor.

Zeitraum
ca. 1800–1909 Graesse 1919, S. 215, Fürstenberg Nr. 3; Scherer 1909, S. 216, Anm. 2
Symbole
Krone
Buchstaben
F

Den Beginn belegt keine Quelle. Nach Scherer 1909 war die Marke eine Zeitlang und noch bis in die jüngste Zeit in Gebrauch, inzwischen aber abgeschafft; in den Akten fand er nichts Näheres. Die Angabe „ca. 1800–1909“ ist daher nur ein grober Rahmen. Ob die Marke nach 1909 noch oder wieder benutzt wurde, lässt sich aus den Quellen nicht klären; ein F mit Krone auf jüngerem Porzellan ist damit nicht ausgeschlossen.

Belegt in: Scherer 1909, S. 216, Anm. 2; Graesse 1919, S. 215, Fürstenberg Nr. 3

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

Stempel „A. a. M.“

Die Buchstabenfolge „A. a. M.“ steht für „Aus alten Modellen“ und ist mit einem Stempel ohne Farbe in die Masse gedrückt. Sie kennzeichnet Figuren, die die Manufaktur später aus solchen Modellen neu ausgeformt hat.

Zeitraum
ab ca. 1909 Scherer 1909, S. 8, Anm. 1
Technik
eingepresst
Farbe
farblos
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
A. a. M.

Belegt ist nur, dass die Marke 1909 in Gebrauch war (Scherer 1909). Die Angabe „ab ca. 1909“ bezeichnet das Jahr dieser Beobachtung, nicht die Einführung; Beginn und Ende nennt keine Quelle.

Belegt in: Scherer 1909, S. 8, Anm. 1

So datieren Sie ein Stück anhand der Marke

Ein blaues F unter der Glasur spricht für Fürstenberg und für die Zeit ab Dezember 1753; nach Scherer 1909 war es bis in seine Gegenwart die Marke der Fabrik. Mehr als diesen Rahmen gibt das F allein nicht her. Scherer beschreibt lediglich Tendenzen: In der Frühzeit ist es meist groß, klar und mit kräftigem Pinsel gesetzt, in der Blütezeit kleiner und zierlicher, im 19. Jahrhundert oft flüchtig und mitunter wie zusammengedrückt. Er betont selbst, dass sich daraus keine feste Regel ableiten lässt, und keine der ausgewerteten Quellen ordnet einzelne F-Formen bestimmten Jahren zu.

Achten Sie deshalb auf alles, was neben dem F steht. Kleine Striche oder Punkte kommen vor; auf Stücken mit Blaumalerei bezeichnen Buchstaben wie K oder G den jeweiligen Blaumaler. Vergleichen Sie außerdem Form und Dekor mit datierten Stücken aus Museumssammlungen oder der Fachliteratur.

Bei Biskuitporzellan helfen andere Zeichen weiter. Fast alle Büsten tragen nach Scherer ein eingepresstes springendes Pferd, meist mit einer Größennummer von 1 bis 6 und einem eingeritzten Formerbuchstaben W, J oder G; laut Formenverzeichnis entstanden die Büstenmodelle zwischen 1771 und 1794. Die zugehörigen Sockel zeigen meist ein blaues F. Auf der Rückseite von Bildnismedaillons ist in der Regel ein F eingeritzt; oft ist es auch in Gold aufgemalt, vor allem bei Medaillons mit Goldrand. Eine Jahreszahl für diese Marken selbst nennen die Quellen nicht, und alte Modelle wurden später neu ausgeformt: Nach Scherer 1909 kennzeichnete die Manufaktur solche Figuren damals mit dem Stempel „A. a. M.“.

Ein F mit einer Krone darüber zeigt Graesse 1919 auf der Tafel für das 19. und 20. Jahrhundert; nach Scherer war es 1909 bereits wieder abgeschafft. Ob es danach noch vorkommt, lassen die Quellen offen.

Geschichte von Fürstenberg

Für die Gründung der Manufaktur in Fürstenberg an der Weser nennen die Quellen unterschiedliche Jahre. Scherer 1909 bezeichnet 1747 als das eigentliche Gründungsjahr: Anfang des Jahres überließ Herzog Carl I. das Schloss Fürstenberg zur Einrichtung der Manufaktur. Die deutschsprachige Wikipedia führt dafür einen Erlass vom 11. Januar 1747 an. Chaffers 1886 und Jaennicke 1879 geben dagegen 1750 an und verbinden den Beginn mit Bengraf, der aus Höchst gekommen sei. Jaennicke erwähnt zudem eine andere Lesart, nach der Glaser und Bengraf das Werk schon 1744 errichtet hätten und der Herzog es 1750 angekauft habe. Scherer deutet 1744 als Beginn der Verhandlungen mit Glaser, nicht als Gründung.

Zwischen dem ersten Brand im Januar 1750 und dem ersten Porzellan im eigentlichen Sinn vergingen fast vier Jahre. Am 6. Mai 1753 kam laut Scherer 1909 Benckgraff aus Höchst nach Fürstenberg (bei Chaffers 1886 und Jaennicke 1879 „Bengraf“ geschrieben); er starb nur wenige Wochen später. Chaffers 1886 lässt ihn dagegen schon 1750 kommen und noch im selben Jahr sterben. Ende 1753 gelang das erste Porzellan, und am 3. Dezember 1753 verfügte Herzog Carl, die Ware solle ein F als Zeichen tragen.

Scherer gliedert die ältere Geschichte in Abschnitte, die auch beim Einordnen von Stücken helfen: eine Frühzeit von 1753 bis gegen 1770, eine Blütezeit von etwa 1770 bis gegen 1790, die Jahre unter Gerverot von 1795 bis 1814 und die Zeit seiner Nachfolger von 1814 bis 1856. In die Blütezeit fallen die Bildnismedaillons und Büsten aus Biskuit, also unglasiertem Porzellan; laut den Formenverzeichnissen entstanden ihre Modelle zwischen 1770 und 1794.

Aus dem 19. Jahrhundert schildert Scherer 1909 zwei Vorhaben zur Kennzeichnung von Porzellan: 1825 ein Etikett für fremde Ware im Braunschweiger Handel und 1829 eine neue Marke aus zwei verschlungenen C unter einer Krone. Die Manufaktur arbeitet bis heute, inzwischen als Porzellanmanufaktur Fürstenberg GmbH.

Ähnliche Marken und Verwechslungen

Ein Pferd erscheint auf Fürstenberger Porzellan nicht nur als Fabrikmarke: Nach Scherer 1909 schmückt das braunschweigische Pferd im Wechsel mit dem Monogramm Herzog Carls die Kartuschen von Tellern eines frühen Modells; dort ist es Dekor, keine Marke. 1825 sollte im Braunschweiger Handel fremdes Porzellan mit einem ovalen, am Rand gezackten Etikett beklebt werden, das ein weißes Pferd auf rotem Grund zeigte. Das Etikett war also gerade für auswärtige Ware gedacht, nicht für Fürstenberger, und hat mit dem eingepressten Pferd der Biskuitbüsten nichts zu tun. Auch zwei verschlungene C unter einer Krone gehören nicht zu den gebräuchlichen Fürstenberger Marken: Herzog Carl II. ordnete 1829 an, das F durch diese Marke zu ersetzen, die der Ludwigsburger glich; nach Scherer 1909 entstanden zwar Proben, die neue Marke wurde aber offenbar nicht weiter verwendet.

Kopien und Nachahmungen

Schon im 18. Jahrhundert benutzten auch andere Betriebe das F. Nach Scherer 1909 fand sich in Kassel Rudolstädter beziehungsweise Volkstedter Porzellan mit F-Marke; zu diesen Thüringer Stücken zählt er auch ein 1793 datiertes Geschirr, dessen F in Eisenrot über der Glasur steht. Im 19. Jahrhundert brachten Fabriken aus Gotha, anderen Thüringer Orten und Moabit Ware teils in Fürstenberger Formen und mit Fürstenberger Marke in den Handel, und zu seiner eigenen Zeit beobachtete Scherer dasselbe erneut. Da Fürstenberg das F nach Scherer fast stets blau unter die Glasur setzte, lohnt bei einem anders ausgeführten F auf Geschirr ein genauerer Blick; umgekehrt ist auch ein blaues F für sich allein noch kein Beleg. Neu ausgeformte Figuren nach alten Modellen sind keine Fälschungen, aber jünger, als das Modell vermuten lässt. Lassen Sie Zweifelsfälle von einer Expertin oder einem Experten prüfen.

Häufige Fragen

Seit wann steht das F auf Fürstenberger Porzellan?

Seit einer Verfügung Herzog Carls vom 3. Dezember 1753, kurz nachdem in Fürstenberg erstmals Porzellan gelungen war. Nach Scherer 1909 blieb das F bis in seine Zeit die Marke der Fabrik, meist blau unter der Glasur.

Lässt sich ein Stück an der Form des F genau datieren?

Nein. Scherer 1909 sieht nur Tendenzen, vom großen, kräftigen F der Frühzeit bis zum flüchtigen F des 19. Jahrhunderts, und hält eine feste Regel für nicht möglich. Das F allein ordnet ein Stück nur in die Zeit ab 1753 ein; enger eingrenzen lässt es sich, wenn überhaupt, über Begleitzeichen, Form und Dekor.

Stammt jedes Porzellan mit F aus Fürstenberg?

Nein. Nach Scherer 1909 trug schon im 18. Jahrhundert Thüringer Porzellan aus Rudolstadt beziehungsweise Volkstedt ein F, und im 19. Jahrhundert verwendeten Fabriken in Gotha, anderen Thüringer Orten und Moabit teils Fürstenberger Formen und Marke. Im Zweifel lassen Sie das Stück von einer Expertin oder einem Experten prüfen.

Fragen zu Wert und Echtheit

Eine Marke deutet auf Hersteller und Zeitraum, sagt aber nichts Verlässliches über Wert oder Echtheit. Abgeschlossene Auktionen mit vergleichbaren Stücken geben eine erste Orientierung. Für eine fundierte Einschätzung lassen Sie das Stück von einer Expertin oder einem Experten prüfen.

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Quellen

  1. Christian Scherer: Das Fürstenberger Porzellan, 1909 Quelle öffnen
  2. Wikipedia (deutschsprachig) Quelle öffnen
  3. William Chaffers: Marks and Monograms on European and Oriental Pottery and Porcelain, 7. Aufl., 1886 Quelle öffnen
  4. Friedrich Jaennicke: Grundriss der Keramik in Bezug auf das Kunstgewerbe, 1879 Quelle öffnen
  5. Friedrich Jaennicke: Marken und Monogramme auf Fayence, Porzellan, Steinzeug und sonstigen keramischen Erzeugnissen, 1878 Quelle öffnen
  6. J. G. Th. Graesse, F. Jaennicke, E. Zimmermann: Führer für Sammler von Porzellan und Fayence, Steinzeug, Steingut usw., 15. Aufl., 1919 Quelle öffnen
  7. J. G. Th. Graesse, F. Jaennicke, E. Zimmermann: Guide de l’amateur de porcelaines et de faïences, 13. Aufl., 1910 Quelle öffnen
  8. Victoria and Albert Museum, London: Building the V&A Quelle öffnen

Die Fakten auf dieser Seite stammen aus den genannten Quellen; wo sie voneinander abweichen, nennen wir alle Angaben. Texte und Markenbeschreibungen sind eigene Formulierungen.