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KPM Berlin: Porzellanmarken vom Wegely-W bis zum blauen Zepter

Ein Zepter kennzeichnet Porzellan der Berliner KPM, laut Wikipedia bis heute. Zusätze wie KPM, ein Adler oder ein runder Stempel grenzen das Alter ein; ein W oder WE deutet auf Wegelys Vorgängerfabrik. Alte Kataloge ziehen die Grenzen unterschiedlich.

Auf einen Blick

Land
Deutschland
Ort
Berlin
Gegründet
1751 Chaffers 1886, S. 479; Chaffers 1863, S. 179; Wikipedia, Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, Anfänge, oldid=270750351 / 1750 Graesse 1910, S. 172, Abschnitt ‚Wegely (1750—1757)‘; Jaennicke 1879, S. 778
Status
in Betrieb

Marken von KPM Berlin in zeitlicher Folge

Die Marken stehen in der Reihenfolge, in der sie aufkamen; die Jahre geben einen ungefähren Rahmen. Vergleichen Sie Technik, Farbe und die genaue Form.

Ein einzelner Großbuchstabe W; nach Chaffers sind zwei Striche verlängert und überkreuzen sich. Laut Inventar des Berliner Kunstgewerbemuseums trug eine Gärtnerfigur (Inv. 1887,1132; erhalten ist nur der Kopf) ein blau unter der Glasur gezeichnetes W. Jaennicke 1878 zeigt ein großes W mit waagerechtem Strich darunter und ein kleineres W mit dünnen Strichen.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Fr. Jaennicke, Marken und Monogramme auf Fayence, Porzellan, Steinzeug…, Stuttgart 1878, Nr. 2011, S. 74; Scan: Getty Research Institute / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Jaennicke 1878

W von Wegely

Ein einzelner Großbuchstabe W; nach Chaffers sind zwei Striche verlängert und überkreuzen sich. Laut Inventar des Berliner Kunstgewerbemuseums trug eine Gärtnerfigur (Inv. 1887,1132; erhalten ist nur der Kopf) ein blau unter der Glasur gezeichnetes W. Jaennicke 1878 zeigt ein großes W mit waagerechtem Strich darunter und ein kleineres W mit dünnen Strichen.

Zeitraum
Die Quellen nennen unterschiedliche Zeiträume:
Technik
Unterglasur
Farbe
Blau
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
W

Chaffers 1863 und 1886: 1751–1761; Graesse 1910: 1750–1757. Jaennicke 1878 beschriftet die Abbildung mit „Berlin. Wegely. 1751“.

Belegt in: Chaffers 1886, S. 482; Chaffers 1863, S. 179; Kunstgewerbemuseum Berlin, Inv. 1887,1132; Jaennicke 1878, Nr. 2011, S. 74; Jaennicke 1879, S. 778, M. V. 2011, 2015; Graesse 1910, S. 172, Nr. 1, 3–5; Graesse 1919, S. 199, Abschnitt ‚Wegely‘, Nr. 1, 3, 4; Wikipedia, Wilhelm Caspar Wegely, Die Marke, oldid=264897449

Die Buchstaben WE, ohne Farbe in die Masse eingepresst – die ersten beiden Buchstaben von Wegelys Namen. In der Abbildung bei Jaennicke 1878 stehen W und E als schlichte Großbuchstaben nebeneinander. Am besten erkennt man die Prägung im Streiflicht.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Fr. Jaennicke, Marken und Monogramme auf Fayence, Porzellan, Steinzeug…, Stuttgart 1878, Nr. 2015, S. 74; Scan: Getty Research Institute / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Jaennicke 1878

WE, eingepresst (Wegely)

Die Buchstaben WE, ohne Farbe in die Masse eingepresst – die ersten beiden Buchstaben von Wegelys Namen. In der Abbildung bei Jaennicke 1878 stehen W und E als schlichte Großbuchstaben nebeneinander. Am besten erkennt man die Prägung im Streiflicht.

Zeitraum
1750–1757 Graesse 1910, S. 172, Nr. 2, Abschnitt ‚Wegely (1750—1757)‘
Technik
eingepresst
Farbe
farblos
Symbole
nur Buchstaben
Buchstaben
WE

Nur Graesse 1910 nennt einen Zeitraum: 1750–1757. Chaffers 1886 beschreibt die Marke ohne Jahreszahl.

Belegt in: Chaffers 1886, S. 483; Jaennicke 1879, S. 778; Jaennicke 1878, Nr. 2015, S. 74; Graesse 1919, S. 199, Abschnitt ‚Wegely‘, Nr. 2

Das Zepter steht senkrecht, ist schmal und trägt keine Buchstaben: ein Stab mit Knauf und kurzen Querstrichen, in mehreren Varianten, etwa mit gegabelter Spitze oder mit je einem Punkt links und rechts. Nach Chaffers und Jaennicke 1879 ist es auf weißem Porzellan blau, auf verziertem braun; Chaffers spricht von bemaltem und vergoldetem Porzellan.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Graesse/Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan und Fayence…, bearb. von E. Zimmermann, 15. Aufl., Berlin 1919, S. 199, Nr. 7–11; Scan: Smithsonian Libraries / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Graesse 1919

Zepter ohne Buchstaben, frühe Formen

Das Zepter steht senkrecht, ist schmal und trägt keine Buchstaben: ein Stab mit Knauf und kurzen Querstrichen, in mehreren Varianten, etwa mit gegabelter Spitze oder mit je einem Punkt links und rechts. Nach Chaffers und Jaennicke 1879 ist es auf weißem Porzellan blau, auf verziertem braun; Chaffers spricht von bemaltem und vergoldetem Porzellan.

Zeitraum
Die Quellen nennen unterschiedliche Zeiträume:
Farbe
Blau, Braun
Symbole
Zepter

Graesse 1919: 1763–1837. Chaffers 1863 und 1886: ab 1761, ohne Ende. Graesse 1910: im Abschnitt „Gotzkowsky et Manufacture Royale … (1757 jusqu’ ici)“, ohne eigenes Anfangsjahr.

Belegt in: Chaffers 1886, S. 482; Chaffers 1863, S. 179; Jaennicke 1879, S. 779, M. V. 2012; Jaennicke 1878, Nr. 2012, S. 74; Graesse 1919, S. 199, Nr. 7–11; Graesse 1910, S. 172, Nr. 6

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

Zepter über KPM

Über den Buchstaben KPM steht ein Zepter. Chaffers 1886 nennt das Zepter, unter dem manchmal KPM steht, auf weißem Porzellan blau, auf bemaltem und vergoldetem braun; laut Wikipedia ist die heutige Marke kobaltblau unter der Glasur. Die Buchstaben erscheinen mit oder ohne Punkte. Seit 2007 ist das Zepter laut Wikipedia länger und die Buchstaben sind kleiner als in der Form von 2000.

Zeitraum
Die Quellen nennen unterschiedliche Zeiträume:
Farbe
Blau, Braun
Symbole
Zepter
Buchstaben
KPM

Graesse 1919: Zepter über K.P.M. seit ca. 1835, Zepter über KPM 1837–1844. Jaennicke 1879: ab 1830. Chaffers 1886: gelegentlich schon beim Zepter von 1761, ohne eigenes Datum. Laut Wikipedia ist es seit 2000 die Unterglasurmarke der Manufaktur.

Belegt in: Graesse 1919, S. 199, Nr. 12–13; Jaennicke 1879, S. 779; Chaffers 1886, S. 482; Wikipedia, Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, Zeptermarke, oldid=270750351

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

Reichsapfel mit KPM

Der Reichsapfel, eine Kugel mit aufgesetztem Kreuz, ist mit den Buchstaben KPM aufgestempelt; bei Jaennicke 1878 (Nr. 2013) stehen die Buchstaben unter dem Apfel. Chaffers 1886 beschreibt die Marke in Blau, Wikipedia nennt für die heutige Malereimarke Rot, Grün, Blau oder Schwarz. Auf einem Tellerpaar um 1880 im Metropolitan Museum steht der Reichsapfel in Rot neben dem blauen Zepter.

Zeitraum
Die Quellen nennen unterschiedliche Zeiträume:
Technik
gestempelt
Farbe
Blau, Rot, Grün, Schwarz
Symbole
sonstiges Symbol
Buchstaben
KPM

Chaffers 1863 und 1886: erstmals um 1830; Jaennicke 1879: ab 1830. Malereimarken allgemein gibt es laut Wikipedia seit 1803.

Belegt in: Chaffers 1886, S. 483; Jaennicke 1878, Nr. 2013, S. 74; Graesse 1910, S. 172, Nr. 9; Wikipedia, Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, Malereimarken, oldid=270750351; Metropolitan Museum, Inv. 2001.658.1, .2 (Markenfoto)

Der gekrönte Adler breitet die Flügel aus, trägt die Buchstaben FR auf der Brust und hält schräg ein Zepter; unter ihm stehen die Buchstaben KPM. Chaffers 1886 beschreibt die Marke in Braun, neben einem blauen Zepter unter der Glasur.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Graesse/Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan und Fayence…, bearb. von E. Zimmermann, 15. Aufl., Berlin 1919, S. 199, Nr. 14; Scan: Smithsonian Libraries / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Graesse 1919

Adler mit FR über KPM

Der gekrönte Adler breitet die Flügel aus, trägt die Buchstaben FR auf der Brust und hält schräg ein Zepter; unter ihm stehen die Buchstaben KPM. Chaffers 1886 beschreibt die Marke in Braun, neben einem blauen Zepter unter der Glasur.

Zeitraum
1844–1847 Graesse 1919, S. 199, Nr. 14, Spalte ‚1844—1847‘
Farbe
Braun
Symbole
Adler, Zepter
Buchstaben
KPM, FR

Graesse 1919: 1844–1847. Chaffers 1886 beschreibt die Marke ohne Jahreszahl auf einem Cabaret der Sammlung Winthrop und liest FR als Monogramm Friedrichs des Großen.

Belegt in: Graesse 1919, S. 199, Nr. 14; Graesse 1910, S. 172, Nr. 10; Jaennicke 1878, Nr. 2017, S. 74; Chaffers 1886, S. 483

Ein runder Stempel: im Ring die Umschrift KOENIGLICHE PORZELLAN-MANUFACTUR mit einem Stern, in der Mitte ein gekrönter Adler mit FR auf der Brust, der Zepter und Reichsapfel hält. Graesse 1919 zeigt auch eine Fassung mit der abgekürzten Umschrift KOENIGL. Nach Jaennicke 1879 steht der Stempel blau unter oder rot über der Glasur.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Graesse/Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan und Fayence…, bearb. von E. Zimmermann, 15. Aufl., Berlin 1919, S. 199, Nr. 15; Scan: Smithsonian Libraries / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Graesse 1919

Runder Adlerstempel

Ein runder Stempel: im Ring die Umschrift KOENIGLICHE PORZELLAN-MANUFACTUR mit einem Stern, in der Mitte ein gekrönter Adler mit FR auf der Brust, der Zepter und Reichsapfel hält. Graesse 1919 zeigt auch eine Fassung mit der abgekürzten Umschrift KOENIGL. Nach Jaennicke 1879 steht der Stempel blau unter oder rot über der Glasur.

Zeitraum
1847–1849 Graesse 1919, S. 199, Nr. 15–16, Spalte ‚1847—1849‘
Technik
gestempelt
Farbe
Blau, Rot
Symbole
Adler
Buchstaben
FR

Graesse 1919: 1847–1849. Jaennicke 1879 nennt den Stempel die zu seiner Zeit übliche Marke, Chaffers 1886 die gegenwärtige; beides passt nicht zu dem kurzen Zeitraum bei Graesse 1919. Jaennicke 1878 (Nr. 2019) und Chaffers 1886 bilden die Fassung mit KOENIGL. ab.

Belegt in: Graesse 1919, S. 199, Nr. 15–16; Jaennicke 1878, Nr. 2019, S. 74; Jaennicke 1879, S. 779, M. V. 2019; Chaffers 1886, S. 483

Über einem runden Stempel steht ein Zepter. Der Stempel zeigt in der Mitte einen gekrönten Adler, im Ring die Umschrift KOENIGL. PORZELLAN-MANUFACTUR. Graesse 1919 nennt keine Farbe. Chaffers 1886 beschreibt an anderer Stelle das Zepter blau unter der Glasur und den runden Stempel in Blau.
Katalogabbildung, einfarbig gedruckt: Graesse/Jaennicke, Führer für Sammler von Porzellan und Fayence…, bearb. von E. Zimmermann, 15. Aufl., Berlin 1919, S. 199, Nr. 17; Scan: Smithsonian Libraries / Internet Archive. Lizenz: gemeinfrei. Quelle: Graesse 1919

Zepter über rundem Adlerstempel

Über einem runden Stempel steht ein Zepter. Der Stempel zeigt in der Mitte einen gekrönten Adler, im Ring die Umschrift KOENIGL. PORZELLAN-MANUFACTUR. Graesse 1919 nennt keine Farbe. Chaffers 1886 beschreibt an anderer Stelle das Zepter blau unter der Glasur und den runden Stempel in Blau.

Zeitraum
1849–1870 Graesse 1919, S. 199, Nr. 17, Spalte ‚1849—1870‘
Farbe
Blau
Symbole
Zepter, Adler

Nur Graesse 1919 datiert diese Kombination: 1849–1870.

Belegt in: Graesse 1919, S. 199, Nr. 17; Chaffers 1886, S. 483

Keine Abbildung – die Marke ist im Text beschrieben.

Zepter allein, ab 1870

Ein einzelnes Zepter ohne Buchstaben. Laut Wikipedia steht das Zepter kobaltblau unter der Glasur, seit 2000 mit den Buchstaben KPM darunter. Bei Ware zweiter Wahl wird laut Wikipedia ein Strich durch das Zepter geschliffen. Ein solcher Schleifstrich ist keine eigene Variante.

Zeitraum
ab 1870 Graesse 1919, S. 199, Nr. 18, Spalte ‚seit 1870‘
Symbole
Zepter

Graesse 1919: seit 1870. Da auch die frühen Zepter keine Buchstaben tragen, reicht diese Marke allein für eine Datierung nicht aus.

Belegt in: Graesse 1919, S. 199, Nr. 18; Wikipedia, Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, Zeptermarke, oldid=270750351

So datieren Sie ein Stück anhand der Marke

Beginnen Sie mit dem Zeichen selbst: Ein W oder ein eingepresstes WE gehört in die Zeit Wegelys, ein Zepter in die Zeit danach. Wo genau die Grenze liegt, geben die Quellen unterschiedlich an. Die Wegely-Marke datieren Chaffers 1863 und 1886 auf 1751–1761, Graesse 1910 auf 1750–1757. Das Zepter beginnt bei Chaffers 1761, bei Graesse 1919 erst 1763. Graesse 1910 stellt die Zepter in einen Abschnitt für Gotzkowsky und die Königliche Manufaktur, der 1757 beginnt; ein eigenes Anfangsjahr für das Zepter nennt er nicht. Für die Jahre zwischen 1757 und 1763 bleibt deshalb offen, welches Zeichen gerade in Gebrauch war; ein Stück aus dieser Zeit lässt sich über die Marke allein nicht jahrgenau datieren.

Ein Zepter ohne Buchstaben steht für keinen engen Zeitraum: Graesse 1919 führt es für 1763–1837 und erneut ab 1870, Chaffers und Graesse 1910 nennen kein Ende. Auch die Buchstaben KPM unter dem Zepter grenzen nur grob ein. Graesse 1919 unterscheidet Zepter über K.P.M. „seit ca. 1835“ und Zepter über KPM für 1837–1844. Nach Jaennicke 1879 kamen die Buchstaben ab 1830 hinzu, und Chaffers 1886 erwähnt sie schon beim Zepter von 1761 als gelegentlichen Zusatz, ohne eigenes Datum. Laut Wikipedia ist das Zepter mit KPM seit 2000 die Unterglasurmarke der Manufaktur, seit 2007 mit längerem Zepter und kleineren Buchstaben.

Am engsten datiert Graesse 1919 die Adlermarken: Adler mit KPM 1844–1847, runder Adlerstempel 1847–1849, Zepter über dem Adlerstempel 1849–1870. Beim runden Stempel weichen zwei ältere Quellen davon ab. Jaennicke 1879 nennt ihn die zu seiner Zeit übliche Marke, blau unter oder rot über der Glasur, und Chaffers 1886 beschreibt ihn als die gegenwärtige Marke in Blau. Für einen runden Adlerstempel ergibt sich so ein Rahmen ab 1847 (Graesse 1919), der nach Jaennicke 1879 und Chaffers 1886 mindestens bis 1879 beziehungsweise 1886 reicht.

Neben dem Zepter kann ein Reichsapfel mit KPM stehen. Nach Chaffers kam er um 1830 auf, zuerst auf kleinen, reich dekorierten Stücken; auch Jaennicke 1879 nennt 1830 als Beginn. Wikipedia beschreibt ihn als heutige Malereimarke, deren Farbe den Dekor anzeigt: Rot für Blumen, Figuren und Landschaften, Grün für Dekore ohne Blumenmalerei wie Gold- oder Platinränder und Monogramme, Blau für Scharffeuerfarben, Schwarz für Druckdekore.

Geschichte von KPM Berlin

Am Anfang steht Wilhelm Caspar Wegely, der die erste Porzellanmanufaktur Berlins gründete. Für das Gründungsjahr gibt es zwei Angaben. Das Jahr 1751 nennen Chaffers 1863 und 1886; laut Wikipedia erhielt Wegely in diesem Jahr ein königliches Privileg. Jaennicke 1879 schreibt „um 1750“, und Graesse 1910 lässt seinen Abschnitt „Wegely“ mit 1750 beginnen. Auch für das Ende gibt es zwei Jahre. Bei Graesse 1910 endet die Wegely-Zeit 1757, und laut Wikipedia verkaufte Wegely in diesem Jahr Vorräte, Werkzeuge und Materialien an Gotzkowsky. Nach Chaffers dagegen gab Wegely erst 1761 auf, als Gotzkowsky die Fabrik kaufte.

Mit dem Jahr 1761 verbinden Chaffers und Jaennicke 1879 die Übernahme durch Gotzkowsky. Nach Chaffers 1886 verlegte der neue Besitzer den Betrieb in die Leipziger Straße; laut Wikipedia erwarb Gotzkowsky 1761 das Grundstück Leipziger Straße 4. Jaennicke 1879 drückt sich vorsichtig aus: Gotzkowsky „scheint“ die Fabrik damals übernommen zu haben. 1763 kaufte König Friedrich II. die Manufaktur, die damit zur Königlichen Porzellan-Manufaktur wurde. Laut Wikipedia übernahm er sie am 19. September 1763. Jaennicke 1879 gibt für diesen Kauf kein Jahr an, sondern datiert ihn allgemein auf die Zeit nach dem Frieden von Hubertusburg.

Die jüngere Geschichte verlief laut Wikipedia so: Mit dem Ende der Monarchie wurde die Manufaktur 1918 zur Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin; das Signet KPM und die Zeptermarke blieben erhalten. Von 1944 bis 1957 lief die Produktion in Selb. 1988 wandelte ein Senatsbeschluss die Manufaktur in eine GmbH um, und im Februar 2006 übernahm der Bankier Jörg Woltmann sie als alleiniger Gesellschafter. Sie besteht bis heute.

Ähnliche Marken und Verwechslungen

Zwei andere Hersteller führten Zeichen, die den Berliner Marken ähneln. Die Krister Porzellan-Manufaktur in Waldenburg (seit 1831) verwendete laut Wikipedia ebenfalls die Buchstaben KPM als Warenzeichen; KPM ohne Zepter ist daher kein Beleg für Berlin. Auch ein runder Adlerstempel stammt nicht zwangsläufig von der KPM: Jaennicke 1878 bildet einen ähnlichen Stempel mit der Umschrift „Schumann Moabit“ ab, beschriftet mit „Moabit 1835“, und Jaennicke 1879 ordnet ihn einer jüngeren Fabrik zu. Lesen Sie bei runden Stempeln deshalb immer die Umschrift.

Kopien und Nachahmungen

Nachgeahmt wurde in beide Richtungen. Weil kleinere Fabriken das Zepter kopierten, kamen laut Jaennicke 1879 ab 1830 die Buchstaben K.P.M. oder der Reichsapfel hinzu. Umgekehrt nennt Chaffers 1886 gekreuzte Zepter auf frühem Berliner Porzellan, offenbar in Anlehnung an die sächsische Schwertermarke, und eine frühe Tasse mit Untertasse, die gekreuzte Schwerter in Blau und ein rotes W trägt. Jaennicke 1879 übernimmt diese Beispiele von Chaffers.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein Strich durch das Zepter?

Laut Wikipedia wird bei Porzellan zweiter Wahl ein Strich durch das Zepter geschliffen. Für das Alter gibt der Strich keinen Hinweis; maßgeblich bleibt die Marke selbst.

Was bedeutet ein S am Zepter?

Laut Wikipedia wurde von 1944 bis 1957 in Selb produziert, und in diesen Jahren kam ein S zum Zepter hinzu.

Steht KPM immer für die Berliner Manufaktur?

Nein. Die Krister Porzellan-Manufaktur in Waldenburg führte laut Wikipedia ebenfalls KPM als Warenzeichen. Für die Berliner Manufaktur spricht vor allem das Zepter, allein oder zusammen mit den Buchstaben.

Welche Jahreszahl gilt, wenn die Quellen abweichen?

Markidex gibt keiner Angabe den Vorzug. Nehmen Sie die äußeren Grenzen aller genannten Zeiträume als möglichen Rahmen und grenzen Sie ihn über Form, Dekor und weitere Marken ein. Für eine verlässliche Einschätzung lassen Sie das Stück von einer Expertin oder einem Experten prüfen.

Fragen zu Wert und Echtheit

Eine Marke deutet auf Hersteller und Zeitraum, sagt aber nichts Verlässliches über Wert oder Echtheit. Abgeschlossene Auktionen mit vergleichbaren Stücken geben eine erste Orientierung. Für eine fundierte Einschätzung lassen Sie das Stück von einer Expertin oder einem Experten prüfen.

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Quellen

  1. William Chaffers: Marks and Monograms on European and Oriental Pottery and Porcelain, 7. Aufl., 1886 Quelle öffnen
  2. William Chaffers: Marks and Monograms on Pottery and Porcelain, 1863 Quelle öffnen
  3. Wikipedia (deutschsprachig) Quelle öffnen
  4. J. G. Th. Graesse, F. Jaennicke, E. Zimmermann: Guide de l’amateur de porcelaines et de faïences, 13. Aufl., 1910 Quelle öffnen
  5. Friedrich Jaennicke: Grundriss der Keramik in Bezug auf das Kunstgewerbe, 1879 Quelle öffnen
  6. Friedrich Jaennicke: Marken und Monogramme auf Fayence, Porzellan, Steinzeug und sonstigen keramischen Erzeugnissen, 1878 Quelle öffnen
  7. Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin: Figur „Gärtner“, Manufaktur Wegely, 1751–1757, Inv. 1887,1132 (museum-digital) Quelle öffnen
  8. J. G. Th. Graesse, F. Jaennicke, E. Zimmermann: Führer für Sammler von Porzellan und Fayence, Steinzeug, Steingut usw., 15. Aufl., 1919 Quelle öffnen
  9. The Metropolitan Museum of Art, New York: Open Access (Sammlungsdaten und Bilder) Quelle öffnen

Die Fakten auf dieser Seite stammen aus den genannten Quellen; wo sie voneinander abweichen, nennen wir alle Angaben. Texte und Markenbeschreibungen sind eigene Formulierungen.